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bruszt5_Omar MarquesSOPA ImagesLightRocket via Getty Images_CEUhungaryprotest Omar Marques/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Die Exiluniversität der EU

BUDAPEST/WIEN – Am 15. November fand die offizielle Einweihung des neuen Campus der Central European University (CEU) in Wien statt, nachdem die Universität willkürlich aus Ungarn vertrieben worden war. Am selben Tag eröffnete die Regierung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán ein weiteres großes Sportstadion in Budapest.

Wir vorhersehbar konzentrierten sich die staatlich kontrollierten ungarischen Medien auf Letzteres und ignorierten des Abschied der CEU, der führenden Universität des Landes in den europäischen und globalen Ranglisten. Doch auch die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union reagierten an diesem Tag, an dem die erste „Universität im Exil“ der EU in der Hauptstadt eines benachbarten Mitgliedstaates ihre Pforten öffnete, weitgehend mit ohrenbetäubendem, entmutigendem Schweigen.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig dagegen betonte die Bedeutung dieses Anlasses. „Vor zwei Jahren erlebten wir alle etwas, das ich für undenkbar hielt und das tatsächlich in einem geeinten Europa keinen Platz haben sollte“, sagte er. „Einer wissenschaftlichen Einrichtung wurde beschieden, dass sie in der Hauptstadt einer Nation nicht mehr willkommen sei.“ Anderswo in der EU jedoch stießen Ludwigs Gedanken auf wenig Widerhall.

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