davies74_ Richard Baker  In Pictures via Getty Images_bank Richard Baker In Pictures via Getty Images

Zentralbanker müssen in ihre Schranken gewiesen werden

LONDON – 2012 belegte Ben Bernanke, damals Vorsitzender der US-Notenbank, in der Forbes-Liste der mächtigsten Menschen der Welt den sechsten Platz, Mario Draghi, damals Präsident der Europäischen Zentralbank, landete auf Platz acht. Beide rangierten noch vor dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Als die Weltwirtschaft ab 2008 mit den Nachwirkungen der globalen Finanzkrise und ihrer europäischen Variante, der Krise der Eurozone, kämpfte, hatten die Zentralbanken das Sagen, und sie lockerten die Geldpolitik, als gäbe es kein Morgen. Sie konnten schalten und walten, wie sie wollten, doch schon damals gab es Kritiker, die einen gewissen Größenwahn in diesem Tun erkannten.

Diesmal ist es anders. Obwohl die Zentralbanken weiterhin ununterbrochen Anleihen kaufen, reagierte man hauptsächlich mit finanzpolitischen Maßnahmen auf die Corona-Pandemie. In den Vereinigten Staaten haben Präsident Joe Biden und der Kongress die Führung übernommen. In der Europäischen Union ist die Recovery and Resilience Facility der Europäischen Kommission das Herzstück des EU-Plans der nächsten Generation in Höhe von 750 Mrd. €, während im Vereinigten Königreich Finanzminister Rishi Sunak die Schecks unterschreibt.

Sind die Notenbanker also irritiert, weil sie nur die zweite Geige spielen, eine Position im Orchester, die nur wenige attraktiv finden?

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