Paul Lachine

Europa im Griff der Finanzwirtschaft

WASHINGTON, D.C. – Europas politische Elite – diejenigen also, die auf nationaler Ebene und auf  Ebene der Eurozone den Kurs bestimmen – steckt in ernsten Schwierigkeiten. Sie ist durch Misswirtschaft auf Abwege und damit in eine tiefe Krise geraten und hat all die hochtrabenden Versprechungen von Einheit und Wohlstand enttäuscht, die bei der Einführung des Euro gegeben wurden. Die Währungsunion wird vielleicht überleben, aber für Millionen von Menschen ist der Euro bereits an seiner Aufgabe gescheitert, für nachhaltiges Wachstum zu sorgen und Stabilität zu gewährleisten. Wie ist es dazu gekommen?

Sparmaßnahmen lassen die griechischen, portugiesischen und italienischen Volkswirtschaften taumeln – so weit das Auge reicht sind nichts als Haushaltskürzungen und höhere Steuern in Sicht. Diese Maßnahmenkombination wird ihr Wachstum und das des restlichen Euroraums verlangsamen.

Das ist aber nur ein Teil des Problems. Das größere Problem ist der „Schuldenüberhang“, der europäische Regierungen auf diesen Kurs gezwungen hat. Es gibt starke Parallelen zu dem, was in den letzten Jahren in den Vereinigten Staaten geschehen ist: Weil sich viele Familien von ihren Schulden erdrückt fühlten, sind die Konsumausgaben privater Haushalte eingebrochen und haben sich noch nicht erholt. In Europa wird die Anpassung noch schmerzlicher sein, weil sich eine Staatsschuldenkrise für alle belastend auswirkt – für Verbraucher genau wie für Investoren und den öffentlichen Sektor.

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