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Warum Marx falsch lag

STOCKHOLM – Der 200. Geburtstag von Karl Marx lässt das Interesse am Werk dieses Mannes wieder ansteigen und in seiner Heimatstadt Trier wurde aus diesem Anlass auch eine Statue enthüllt.

Im Rahmen einer Feier für den Marxismus letzte Woche in Peking erklärte der chinesische Präsident Xi Jinping, dass „diese Theorie den Pfad der Erforschung des Gesetzes der Geschichte und die Suche der Menschheit nach [ihrer] eigenen Befreiung wie ein atemberaubender Sonnenaufgang erleuchtete“. Xi behauptete weiter, Marx habe „mit einer wissenschaftlichen Theorie den Weg in Richtung einer idealen Gesellschaft gewiesen, die keine Unterdrückung oder Ausbeutung kennt und in der jede Person Gleichheit und Freiheit genießen würde“.

Angesichts der Tatsache, dass Xis Worte im „marxistischen” China geäußert wurden, hatten die bei der Feier Anwesenden keine andere Wahl, als ihnen beizupflichten. Doch im Rahmen einer am selben Tag gehaltenen Rede in Trier präsentierte der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, seine eigene, einigermaßen großzügige Einschätzung Marx‘: „Heute steht er für Dinge, für die er nicht verantwortlich ist und für die er nicht die Ursache war, denn viele der Dinge, die er schrieb, wurden ins Gegenteil umformuliert.”

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