2

Warum sind Juden erfolgreich?

WASHINGTON, DC – In den vergangenen Jahrzehnten haben Wirtschaftswissenschaftler versucht, den Begriff Humankapital zu verwenden, der oft als die Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und Veranlagungen definiert wird, die wirtschaftlichen Erfolg ausmachen.Doch diejenigen, die den Begriff verwenden, nehmen häufig an, dass die begriffliche Erfassung eines Phänomens ein erster Schritt zu seiner Manipulierung ist.Und tatsächlich ist die „Humankapitalpolitik“ derzeit stark in Mode.Doch was wäre, wenn viele der betreffenden Fähigkeiten und Veranlagungen eine Folge der Geschichte sind und verstanden und erklärt werden können, aber nicht einfach nachgeahmt?

Simon Kuznets, einer der großen Wirtschaftswissenschaftler des zwanzigsten Jahrhunderts war ein Pionier der Humankapitaltheorie.Nicht lange vor seinem Tod empfahl Kuznets einem jungen Kollegen, man sollte die Rolle der Juden im Wirtschaftsleben untersuchen.

Im Großen und Ganzen haben Ökonomen und andere Gesellschaftswissenschaftler die Geschichte der Juden und des Kapitalismus vernachlässigt, aus Gründen, die verständlich, aber nicht überzeugend sind.Für die meisten Wirtschaftswissenschaftler ist der Umfang, in dem der moderne Kapitalismus von früheren kulturellen Voraussetzungen geformt wurde, bestenfalls ein Grund für Verwirrung, wenn nicht bloß ein zu vernachlässigender Faktor.

Solche kulturellen Überlegungen passen einfach nicht in die Kategorien, in denen auf Gleichungen fixierte Wirtschaftswissenschaftler zu denken neigen.Wenn Wirtschaftswissenschaftler das „Humankapital“ untersuchen, ziehen sie messbare Kriterien wie Schuljahre vor.In dem Maße, wie das Humankapital Charakterzüge und verschiedene Arten von „Know-how“ umfasst, die innerhalb der Familie und des Umfelds übertragen werden, anstatt durch formale Bildung, wird es sowohl methodologisch schwer zu fassen als auch mit Politik schwer zu beeinflussen.