0

Wer sollte die Finanzstabilität schützen?

NEW HAVEN – Die Zentralbanker der Welt hatten die aktuelle Finanzkrise vor ihrem Beginn 2007 nicht kommen sehen. Martin Čihák vom Internationalen Währungsfonds berichtete im Juli 2007, dass von 47 Banken, die Berichte zur Finanzstabilität veröffentlichen, „nahezu alle“ in ihren jüngsten Berichten die „Lage des Finanzsystems in ihrem Land insgesamt positiv“ beurteilten.

Und dennoch: Obwohl diese Zentralbanken uns vor der Krise im Stich gelassen haben, sollten sie trotzdem die führende Rolle beim Verhindern der nächsten Krise übernehmen. Zu diesem vielleicht nicht ganz eingängigen Schluss kommt die Squam Lake Group [http://squamlakegroup.org/], eine Expertenkommission aus 15 Finanzwissenschaftlern, der ich angehöre, in ihrem jüngst veröffentlichten Bericht, Fixing the Financial System (in engl. Sprache).

Makroprudenzielle Aufsichtsbehörden (Regierungsbeamte, die sich nicht auf die Stabilität einzelner Finanzinstitute konzentrieren, sondern vielmehr auf die Stabilität des gesamten Finanzsystems) werden dringend gebraucht, und es ist nur logisch, dass die Zentralbanken diese Rolle ausfüllen sollten. Andere Regulierer schnitten beim Vorhersagen der Krise auch nicht besser ab und sind noch weniger geeignet, die nächste zu verhindern.

David Camerons neue Regierung in Großbritannien war anscheinend zu demselben Schluss gelangt, als sie Pläne bekannt gab, die Aufsichtsbefugnis von der Financial Services Authority (FSA) an die Bank of England zu übertragen.