fischer172_XinhuaWang Ye via Getty Images_xi jinping Xinhua/Wang Ye via Getty Images

Der Westen und China im 21. Jahrhundert

BERLIN – Die Konfrontation zwischen China und dem Westen nimmt nahezu täglich zu. Es geht um Technologie, Zölle, globale Marktanteile, Lieferketten, auch um die Konfrontation höchst unterschiedlicher Wertesysteme (kommunistische Einparteienherrschaft versus Demokratie und Rechtsstaat) und hinter all dem geht es um die globale Vorherrschaft zwischen der alten absteigenden Supermacht in Nordamerika und der aufsteigenden neuen Supermacht des 21. Jahrhunderts in Ostasien. Die zentrale Frage lautet: Wer wird die Welt von morgen anführen und dominieren? Die USA oder China?

Woher aber kommt sie nun, diese aktuelle Zuspitzung bis hin zur unverhohlenen Konfrontation zwischen den beiden globalen Großmächten des 21. Jahrhunderts? Warum gerade jetzt? Ein Erweckungserlebnis des Westens ist kaum zu vermuten. Dass es sich bei dem politischen System in China um die Diktatur einer leninistischen Partei handelt, ist nun keineswegs eine Neuigkeit und dürfte im Westen also niemand wirklich überraschen. Trotzdem haben die wichtigsten westlichen Länder, angeführt von den USA, seit den siebziger Jahren einen immer intensiveren Handel mit China betrieben, eine immer engere wirtschaftliche Verflechtung angestrebt.

Dass die chinesische Führung sich bei der Frage von Menschenrechten und der Unterdrückung von unbequemen Minderheiten, gegenüber Kritik von außerhalb des Landes taub und blind stellt, ist ebenso wenig neu wie auch grassierende Industriespionage und Technologiediebstahl gegenüber westlichen Partnern. Dies sind alles altbekannte Fakten und alles andere als schockierende Enthüllungen.

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