malbright2_Michael Sohn - PoolGetty Images_guterres Michael Sohn - PoolGetty Images

Unsere gemeinsame Agenda und der Fahrplan bis 2023

WASHINGTON, DC – Seit dem Zweiten Weltkrieg stand die internationale Gemeinschaft vor keiner so großen Herausforderung wie den miteinander in Zusammenhang stehenden Krisen Covid-19 und Klimawandel sowie den damit einhergehenden tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten. Doch ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da gemeinsames Handeln auf globaler Ebene zur Bewältigung dieser Krisen dringend erforderlich ist, wird die unerlässliche multilaterale Zusammenarbeit durch ausgrenzenden Nationalismus und steigende Spannungen zwischen den Großmächten, wie etwa die einem neuen Kalten Krieg ähnelnden Pattsituation zwischen Demokratien und Autokratien, untergraben.  

In seinem wegweisenden neuen Bericht unter dem Titel Unsere gemeinsame Agenda argumentiert Uno-Generalsekretär António Guterres, dass „die Menschheit vor einer drastischen und dringend notwendigen Entscheidung stehe: Zusammenbruch oder Durchbruch.“ Guterres unterstreicht die grundlegenden Werte des Vertrauens und der Solidarität - und die Notwendigkeit eines neuen Gesellschaftsvertrags zwischen den Bürgern und ihren Institutionen auf allen Regierungsebenen - wenn es um eine weltweit gerechte und nachhaltige Erholung von der aktuellen Pandemie geht. Nun, da wir auf den Tag der Vereinten Nationen am 24. Oktober zusteuern, müssen diese Werte die Grundlage einer politisch klugen, aber trotzdem ehrgeizigen Strategie für längst überfällige institutionelle und rechtliche Veränderungen des multilateralen Systems nach 1945 bilden.

Es wird erwartet, dass die Uno-Mitgliedsstaaten kurz nach ihrer Zusammenkunft am 25. Oktober in New York unter der Leitung des Präsidenten der Generalversammlung, Abdulla Shahid, eine Resolution verabschieden, um Folgemaßnahmen zu vielen der Vorschläge Guterres‘ einzuleiten. Zu seinen jüngsten Ideen für den Aufbau eines inklusiveren und stärker vernetzten Multilateralismus gehört die Aktualisierung der Agenda für den Frieden, die von einer neuen Notfallplattform unterstützt werden soll, um auf komplexe globale Krisen reagieren zu können. Darüber hinaus geht es um die Ernennung eines Sonderbeauftragten für künftige Generationen sowie Innovationen in den Bereichen digitale Transformation, Datenanalyse und strategische Vorausschau.

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