Eine Wirtschaft mit zwei Seiten

Rome. Italiens Wirtschaft ist von zwei sehr unterschiedlichen Seiten gekennzeichnet. Auf der einen stehen gewisse Wirtschaftsbereiche, die eine aussergewöhnliche Produktivität demonstrieren und grosse Anteile am internationalen Markt gewonnen haben. Gute Beispiel dafür sind die von Carararo und Ducati geführten mechanischen Industrien in Veneto und Emilia sowie die optische Industrie im Nordosten, die Luxottica fest in der Hand hat. Diese Firmen kennt man auf der ganzen Welt und nur allzu oft stellen sie Objekte des Kaufinteresses seitens ausländischer Konkurrenten oder grosser internationaler Investoren, wie Piaggio und Stefanel, dar.

Auf der anderen Seite jedoch befindet sich Italiens Wirtschaft in einem Dauerzustand der Stagnation: in den letzten zehn Jahren ist sie langsamer als der Durchschnitt in Europa gewachsen, wo insgesamt schon sehr viel geringere Wachstumsraten als in den Vereinigten Staaten zu verzeichnen sind. In den letzten acht Jahren ist das Bruttosozialprodukt in Amerika durchschnittlich um 3,2%, in Europa um 2% und in Italien nur um 1,2% pro Jahr gestiegen.

Wie lassen sich diese zwei wirtschaftlichen Gegensätzlichkeiten in Einklang miteinander bringen? Was sagt uns diese geteilte Wirtschaft über Europa, über Ost und West, was über andere Wirtschaften, wo der Prozentsatz der arbeitenden Bevölkerung stagniert oder fällt? Die Antwort ist beides: einfach und gleichzeitig voller Konzequenzen für die Wirtschaftpolitik.

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