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Der Geist des 12. September

WASHINGTON, DC – Die Terrorangriffe auf die Vereinigten Staaten vor zehn Jahren hatten heftige Reaktionen zur Folge: US-Truppen wurden nach Afghanistan sowie in den Irak gesandt, und mit dem Heimatschutzministerium wurde eine neue staatliche Behörde eingerichtet, um Maßnahmen und Programme zum Schutz der USA vor weiteren Angriffen zu koordinieren. Diese teuren, einschneidenden Maßnahmen – der “weltweite Krieg gegen den Terror” – kann als Erfolg, als Ablenkung und als Beispiel verstanden werden.

Am wichtigsten dabei ist, dass es seit dem 9.11.2001 keinen erfolgreichen ausländischen Terroranschlag gegen die USA mehr gegeben hat. Dies muss man der US-Regierung zugute halten. Zweifellos wurde eine Menge des Geldes, dass für die Sicherheit der USA ausgegeben wurde, verschwendet. Und die Verursacher der ursprünglichen Anschläge, Al Kaida, waren für Amerika nie eine so große Bedrohung, wie es die Sowjetunion im Kalten Krieg war.

Trotzdem war nach dem 11. September klar, dass ein paar Personen unter dem Einfluss einer radikalen Form des Islam darauf aus waren, den USA und ihren Bürgern so viel Schaden wie möglich zuzufügen. Wären ihnen nur wenige weitere Anschläge wie damals in New York und Washington geglückt, hätten sie bedeutenden Schaden anrichten können. Schlimmstenfalls hätten die USA sich von der ihnen eigenen Offenheit abgewendet und wären zu einem geschlossenen, misstrauischen Land geworden.

Glücklicherweise sind die Terroristen gescheitert – sicherlich auch deshalb, weil die amerikanische Regierungen gemeinsam mit anderen alles daran gesetzt haben, sie zu behindern, zu töten, einige von ihnen gefangen zu nehmen und andere zu entmutigen. An Geld und Bürokratie allerdings haben die Amerikaner für das Jahrzehnt ohne Terroranschläge möglicherweise zu viel bezahlt – beispielsweise in Form verschärfter Durchsuchung von Flugpassagieren. Aber dies war besser, als weiteren Angriffen zum Opfer zu fallen.