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Der Mythos der „Superstar Cities“

In einem neueren, Aufsehen erregenden Aufsatz mit dem Titel „Superstar Cities“ behaupten die Wirtschaftswissenschaftler Joseph Gyourko, Christopher Mayer und Todd Sinai, dass Städte mit sehr hohem Prestige – nicht nur London, Paris und New York, sondern auch Städte wie Philadelphia und San Diego – eine „immer weiter aufklaffende Schere bei den Wohnungspreisen“ aufweisen könnten, wenn man sie mit anderen Städten vergleicht. Die Autoren scheinen tatsächlich zu sagen, dass der Wohnungsboom in diesen Gegenden endlos anhalten kann.

Eine solche Behauptung erfährt zwangsläufig große Beachtung. Als bekannter Skeptiker, was boomende Wohnungspreise angeht, wurde ich in letzter Zeit mehrmals gebeten, an Diskussionen mit dem einen oder anderen dieser Autoren teilzunehmen.

Viele Menschen sehen die Superstar-City-Theorie als Bestätigung ihres Verdachts, dass Investoren trotz des derzeit verlangsamten Anstiegs der Wohnungspreise anderswo (insbesondere in den Vereinigten Staaten) damit rechnen können, langfristig große Gewinne zu erzielen, indem sie in diesen Städten Wohnungen kaufen, obwohl sie dort bereits teuer sind. Doch wie ich in meinen Diskussionen mit den Autoren bereits sagte, erkennt man, wenn man ihren Aufsatz sorgfältig durchliest und über die entsprechenden Punkte nachdenkt, dass es überhaupt keinen Grund gibt, zu einer derartigen Schlussfolgerung zu kommen.

Warum sollten die Wohnungspreise in glamourösen Städten für immer steigen? Gyourko, Mayer und Sinai rechtfertigen ihre Behauptung mit dem Argument, dass diese Städte wirklich einzigartig sind. Das Land dort ist begrenzt, und wenn man von einem ständig steigenden BIP und einer wachsenden Ungleichheit der Einkommen ausgeht, wird es immer mehr wohlhabende Menschen geben, die die Preise in diesen raren Gegenden in die Höhe treiben.