Die Grenzen der Energieinnovation

WINNIPEG – Präsident Barack Obama hat eine Energierevolution in der weltgrößten Wirtschaftsnation versprochen, bei der erneuerbare Energiequellen und „grüne“ Technologien Amerikas Abhängigkeit – und letztendlich die Abhängigkeit der Welt – von herkömmlichen Kraftstoffen brechen sollen. Der Nutzen für die Umwelt sowie die strategischen und wirtschaftlichen Vorteile – darunter der niedrigere Verbrauch von CO2-abgebenden Brennstoffen, die geringere Abhängigkeit von politisch unbeständigen Öl- und Gasexporteuren und die Schaffung von Millionen gut bezahlter Arbeitsplätze – sind unbestritten. Doch wie realistisch ist diese Vision?

Es gibt nur eine Art Primärenergie (Energieformen, die in natürlichen Ressourcen vorliegen), die den ersten Hochkulturen des Nahen Ostens und Ostasiens und all ihren vorindustriellen Nachfolgern nicht bekannt war: Isotope der schweren Elemente, deren Kernspaltung seit den späten 1950er Jahren genutzt wird, um Hitze zu generieren, die ihrerseits Dampf für moderne Turbogeneratoren zur Stromerzeugung produziert. Jede andere Energiequelle ist seit Jahrtausenden bekannt, und die meisten wurden von den vormodernen Kulturen nutzbar gemacht.

Der grundlegende Unterschied zwischen traditioneller und moderner Energienutzung besteht nicht im Zugang zu neuen oder besseren Energiequellen, sondern in der Erfindung und im Masseneinsatz effizienter, erschwinglicher, verlässlicher und bequemer „Kraftmaschinen“ – Geräte, die primäre Energien in mechanische Kraft, Elektrizität oder Hitze verwandeln. Man kann die Geschichte gewinnbringend in Zeitalter einteilen, die anhand der vorherrschenden Kraftmaschinen definiert sind.

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