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Die globalen Herausforderungen im Beschäftigungsbereich

NEW YORK – In den letzten drei Jahrzehnten sind hunderte Millionen neuer Arbeitskräfte in die Weltwirtschaft eingetreten. Sie verfügten über unterschiedliche Ausbildungsniveaus und  Qualifikationen, aber im Lauf der Zeit haben alle im Sinne von „Humankapital“ – sowie auch im Hinblick auf Wertschöpfung und Einkommen -  profitiert. Dies führte zu einem enormen und anhaltenden Wachstum der Einkommen und der Größe der Weltwirtschaft. Allerdings haben diese neuen Arbeitskräfte auch einen verschärften Wettbewerb um Arbeitsplätze und signifikante Veränderungen bei relativen Löhnen und Preisen verursacht, was wiederum grundlegende Verteilungseffekte hat.

Dieser massive Strukturwandel in der Weltwirtschaft bringt drei große Herausforderungen im Bereich Beschäftigung mit sich, wobei verschiedene Länder mit Varianten dieser Herausforderungen konfrontiert sein werden.

Die erste Herausforderung besteht darin, genügend Arbeitsplätze zu schaffen, um dem Zustrom neuer Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt gerecht werden zu können. Zahlreichen Industrie- und Entwicklungsländern gelingt das ganz klar nicht. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch und steigt weiter. Sogar in rasch wachsenden Entwicklungsländern warten überzählige Arbeitskräfte auf ihre Eingliederung in die moderne Wirtschaft und es herrscht großer Druck, die Schaffung neuer Arbeitsplätze voranzutreiben.

Die zweite Herausforderung ist, Qualifikationen und Fähigkeiten auf das Arbeitsplatzangebot abzustimmen – und diese Anpassung dauert ihre Zeit. Außerdem handelt es sich dabei um ein bewegliches Ziel. Die Globalisierung und personalsparende Technologien führten in zahlreichen Ländern zu einem Ungleichgewicht auf den Arbeitsmärkten. Die mangelnde Übereinstimmung zwischen angebotenen und nachgefragten Fachkenntnissen nimmt überhand. Außerdem ist die Struktur der Weltwirtschaft angesichts des raschen Wachstums in den Entwicklungsländern alles andere als statisch und es scheint klar, dass die Geschwindigkeit der Anpassung dem Strukturwandel hinterher hinkt.