0

Die Anatomie der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit

NEWPORT BEACH – In der westlichen Welt herrscht spürbare Unsicherheit und das zu Recht. Die Menschen machen sich Sorgen über ihre Zukunft und eine Rekordzahl befürchtet, dass es ihren Kindern einmal schlechter gehen wird als ihnen selbst. Leider wird die Situation in den kommenden Monaten noch beunruhigender werden.

Die Vereinigten Staaten haben Schwierigkeiten, ihre Konjunktur wieder auf Wachstumskurs zu bringen und für eine kräftige Zunahme an Arbeitsplätzen zu sorgen. Tausende sind in US-amerikanischen Städten und in Europa auf die Straßen gegangen, um ein gerechteres System zu fordern. In der Eurozone wurden zwei Regierungschefs durch die Finanzkrisen zum Rücktritt gezwungen, und die gewählten Vertreter durch Technokraten ersetzt, die den Auftrag haben die Ordnung wieder herzustellen. Die Sorge über die Unversehrtheit der Institutionen der Eurozone – ein zentrales Element der Architektur des modernen Europa – wächst beständig.

Diese Unsicherheit erstreckt sich über die Grenzen von Ländern und Regionen hinweg. Wer einen Blick um die nächste Ecke wagt, sorgt sich auch um die Stabilität einer internationalen Wirtschaftsordnung, in der die Probleme, mit denen der westliche Kern des Systems konfrontiert ist, allmählich an globalen öffentlichen Gütern zehren.

Es ist kein Zufall, dass all diese Dinge gleichzeitig geschehen. Jede der Entwicklungen, und insbesondere ihr paralleles Auftreten, verweist auf die historischen Paradigmenwechsel, die die globale Wirtschaft von heute prägen – und auf die Angst, die der Verlust ehemals verlässlicher Anker mit sich bringt, seien sie wirtschaftlicher und finanzieller oder gesellschaftlicher und politischer Natur.