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Schwarzafrika: ins Nichts geführt

Warum sind die Länder Schwarzafrikas die ärmsten der Welt? Ein Grund dafür sind die schlecht konzipierten Entwicklungsstrategien, die der IWF und die Weltbank seit beinahe einem halben Jahrhundert in der Region umsetzen. Eine gleichermaßen katastrophale Rolle jedoch spielt die Jahrhunderte alte, in vielen afrikanischen Gesellschaften tief verwurzelte Führungskultur.

Tatsächlich betrachtet die überwältigende Mehrheit der afrikanischen Herrscher ihre jeweiligen Länder als persönliches Eigentum, das ganz nach eigenem Ermessen genutzt werden kann. Während der vergangenen Jahrhunderte führte diese Vorstellung von Macht dazu, dass Könige ihre Untertanen den Sklavenhändlern übergaben; heute verschleudern die politischen Führer die Ressourcen und Einnahmen ihrer Länder und überantworten die Mehrheit ihrer Bevölkerungen Armut, Krankheit, Hunger, Krieg und Hoffnungslosigkeit.

Der gegenwärtige Ölrausch in Westafrika veranschaulicht das Problem perfekt. Statt eines Vorteils ist das Öl zu einem Nachteil geworden, der Armut, Korruption, ethnische Konflikte und ökologische Katastrophen hervorbringt.

Es müsste nicht so sein. Venezuelas Präsident Hugo Chávez etwa nutzt die Öleinnahmen seines Landes für kostenlose Alphabetisierungsprogramme und Gesundheitsversorgung, zum Abbau der Schulden seiner argentinischen und ecuadorianischen Nachbarn, um Energiebündnisse in Lateinamerika und der Karibik zu schmieden und um eine strategische Annäherung gegenüber den Andenstaaten zu betreiben. Er hat den Panamerikanismus neu belebt, und Venezuela ist Mitglied von Mercosur geworden, jener regionalen Gruppe, zu deren Mitgliedern außerdem Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay und Paraguay gehören.