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Kann der globale Kapitalismus gerettet werden?

LONDON – Die Politik der wirtschaftlichen Ängste hat nun das Wahlvolk Großbritanniens und der Vereinigten Staaten in die Hände von Populisten getrieben. Könnten die Volkswirtschaften nur, so die allgemeine Ansicht, zu einem „normalen“ Wert des BIP- und Produktivitätswachstums zurückkehren, würde sich das Leben der Menschen verbessern, die Abneigung gegen das Establishment zurückgehen und auch die Politik wieder zu einem „Normalzustand“ finden. Und dann könnten der Kapitalismus, die Globalisierung und die Demokratie ihren Siegesmarsch fortsetzen.

Aber ein solches Denken spiegelt eine Fortschreibung einer einzelnen, ungewöhnlichen Periode in der Geschichte wider. Diese Zeit ist vorbei, und die dahinter stehenden Kräfte werden sich wahrscheinlich nicht so bald wieder erholen. Technologische Innovation und Demografie wirken heute nicht mehr wachstumsfördernd, sondern wachstumshemmend, und dies kann auch durch finanzpolitische Experimente nicht geändert werden.

Diese ungewöhnliche Periode in der Geschichte wurde von dem Jahrhundert nach dem US-Bürgerkrieg geprägt, in dem die Gesellschaften aufgrund technischer Durchbrüche in den Bereichen der Energiewirtschaft, Elektrifizierung, Telekommunikation und des Transports grundlegend umgestaltet wurden. Das Leben der Menschen wurde erheblich produktiver, und die Lebenserwartung stieg dramatisch. Zwischen 1800 und 1900 wuchs die Weltbevölkerung um über 50%, um sich in den darauf folgenden 50 Jahren mehr als zu verdoppeln. Auch die Wirtschaft entwickelte sich viel schneller als in den Jahrhunderten davor.

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