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Wachstum braucht Vertrauen

GENF – Die größte wirtschaftliche Krise der letzten Jahrzehnte ist gerade abgeklungen, da flammt eine Diskussion wieder auf, die eine Grundfrage unserer Wirtschaftsordnung in den Mittelpunkt stellt. Was ist die eigentliche Aufgabe von Unternehmen?

Zwei ideologische Standpunkte stehen sich gegenüber: Gewinnmaximierung als Auftrag an die Unternehmensführung auf der einen oder eine Verpflichtung auf das Gemeinwohl auf der anderen Seite.

Milton Friedman ist der Vordenker des ersten Lagers. Das Streben nach Gewinnmaximierung erheben die Verteidiger seiner Ideen sogar zum sozialen Ziel.

Demgegenüber lieferte Michael Porter mit der Theorie der „Shared value creation“, also der gemeinsamen Wertschöpfung, eine oft zitierte konzeptionelle Grundlage. Ich mache keinen Hehl daraus, welcher Seite ich zuneige, haben meine Arbeiten über Unternehmensführung - bereits 1971 erschienen - doch eine Grundlage für eine moderne Betrachtungsweise des Unternehmens geliefert, auf dem auch die „shared value creation Theorie“ aufbaut. (Moderne Unternehmensführung im Maschienenbau, Klaus Schwab, 1971)