Paul Lachine

Das Krebsgeschwür der Armut

GENF: Krebs ist ein enormes und weiter zunehmendes weltweites Problem im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Und von den jährlich 7,6 Millionen Krebstoten ereignen sich 4,8 Millionen in den Entwicklungsländern. Eine Krankheit, die bisher als vor allem Problem der wohlhabenden Länder galt, belastet inzwischen besonders die armen und benachteiligten Bevölkerungen.

In einigen afrikanischen Ländern überleben weniger als 15% aller Krebspatienten nach einer Gebärmutterhals- bzw. Brustkrebsdiagnose – Erkrankungen, die anderswo auf der Welt hochgradig heilbar sind – länger als fünf Jahre. Das sind schockierende Zahlen mit enormen Implikationen für menschliches Leid, die Gesundheitssysteme (und -budgets) und die internationalen Bemühungen zur Armutsbekämpfung. Daher sollte man sie als einen Aufruf zum Handeln betrachten.

Die zunehmenden Auswirkungen von Krebs auf die Armen spiegeln Faktoren wie demografische Zunahme, Bevölkerungsalterung, die Verbreitung ungesunder Lebensstile (einschließlich des Tabakkonsums) und die mangelnde Kontrolle mit Krebs verknüpfter Infektionen wider. Obwohl viele Tumoren sich langsam entwickeln, erfolgen Änderungen des Lebensstils mit atemberaubender Geschwindigkeit und Reichweite. Diese Trends lassen sich nicht ohne Weiteres umkehren.

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