Protesters hold signs while standing a few blocks away from the World Trade Organization Daniel Sheehan/Liaison Agency/Newsmakers

Kann sich der Multilateralismus anpassen?

FLORENZ – Blicken wir in die späten 1990er zurück. Nach acht Jahrzehnten Unterbrechung wurde die Weltwirtschaft wiedervereinigt. Das Motto der Zeit war die wirtschaftliche Öffnung. Das Finanzwesen wurde liberalisiert. Das damals noch junge Internet versprach, jedem Menschen auf dem Planeten gleichen Zugang zu Informationen zu geben. Um die stetig wachsende gegenseitige Vernetzung in den Griff zu bekommen, wurden neue internationale Institutionen entwickelt. Die Welthandelsorganisation wurde gegründet. Und gerade war mit dem Kyoto-Protokoll ein verbindliches Klimaabkommen verabschiedet worden.

Die Botschaft war klar: Zur Globalisierung gehörten nicht nur die Liberalisierung der Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalflüsse, sondern auch Regeln und Institutionen, um die Märkte zu steuern, Zusammenarbeit zu fördern und öffentliche Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen.

Spulen wir nun wieder vor ins Jahr 2018: Trotz jahrelanger Debatten sind die weltweiten Handelsgespräche, die 2001 begannen, nicht weiter gekommen. Das Internet hat sich fragmentiert und könnte zukünftig noch stärker gespalten werden. Der finanzielle Regionalismus wird immer stärker. Und die globalen Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel beruhen auf unverbindlichen Vereinbarungen, aus denen sich die Vereinigten Staaten zurückgezogen haben.

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