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Ein Ohr für Brandstifter

BERKELEY – Ich war immer der Meinung, dass Barack Obama einen großen Fehler beging, als er den ehemaligen republikanischen Senator Alan Simpson zum Ko-Vorsitzenden der Präsidentenkommission zur Reduzierung des Defizits ernannte. Simpson war in seiner Zeit im Senat als „Haushaltsbrandstifter“ bekannt. Es gab keine einzige den Haushalt sprengende und das Defizit vergrößernde Initiative eines republikanischen Präsidenten, die er nicht allen voran unterstützt hätte. Genauso wenig wie es je eine nüchterne, das Defizit verringernde Initiative eines demokratischen Präsidenten gab, gegen die er sich nicht mit jeder Faser seines Seins gesträubt hätte.

Man macht keinen Brandstifter zum Leiter der Feuerwehr, dachte ich, als Obama ihn zum Ko-Vorsitzenden der National Commission on Fiscal Responsibility and Reform ernannte.

Aber vielleicht bin ich kleinlich. Vielleicht hatte Simpson einen Sinneswandel. Vielleicht war er auf seiner eigenen Straße nach Damaskus gereist, hatte sich vergegenwärtigt, was er getan hatte und wer er war, alles bereut und wollte einen Teil des Schadens wiedergutmachen, den er Amerika und seinen langfristigen Aussichten auf Wirtschaftswachstum zugefügt hatte.

Selbst in diesem Fall gibt man der nächsten Generation wirklich miserable Anreize, wenn man diejenigen, die sich schlecht benehmen, auf höchst vertrauensvolle Posten beruft und sie zu überparteilichen Staatsmännern erklärt. Und es ist nicht etwa so, dass die Republikaner im Kongress denken, sie schuldeten Simpson genug, um sich auch nur bei einer einzigen Abstimmung in einer der beiden gesetzgebenden Kammern von ihm umstimmen zu lassen.