Trump Merkel NurPhoto/Getty Images

Das Leben nach der Pax Americana

NEW YORK – Die von den USA in Europa und Ostasien aufgebaute Nachkriegsordnung nach 1945 zeigt nun seit einiger Zeit Auflösungserscheinungen. Präsident Donald Trumps Entscheidung des Ausstiegs der Vereinigten Staaten aus dem Klimaabkommen von Paris hat diesen Auflösungsprozess nur beschleunigt.  

Zum ersten Mal seit den Anfangsjahren der Präsidentschaft General Charles de Gaulles in Frankreich hat eine bedeutende politische Führungspersönlichkeit des Westens – nämlich Kanzlerin Angela Merkel - offen erklärt, dass sich Europa nicht mehr auf die Führerschaft der USA verlassen kann. Das mag aus dem Munde einer Deutschen und ausgewiesenen Atlantikerin ironisch erscheinen, aber im Grunde ist es passend, weil Deutschland während seines Wandels von einer mörderischen Diktatur in eine friedliche liberale Demokratie die USA mehr brauchte als jedes andere Land.   

Vielleicht sollten wir dem schrittweisen Ende der Pax Americana gelassen entgegensehen. Kein imperiales System dauert ewig. Eine internationale Ordnung, die überaus sinnvoll war, als die Welt aus den Ruinen des Zweiten Weltkriegs erstand, nur um anschließend in einen langen Kalten Krieg zwischen zwei Atom-Supermächten einzutreten, ist vielleicht nicht mehr zweckdienlich und könnte besseren Arrangements im Weg stehen.  

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