Arbeit in der Welt des Finanzkapitalismus

Die traditionelle Feindschaft zwischen Gewerkschaften und der Finanzwelt sollte nicht den Blick auf ihr gemeinsames Interesse daran verstellen, Finanzinstrumente umfassend und kreativ einzusetzen. Wir leben in einem Zeitalter des Finanzkapitalismus und der einzige intelligente Weg für diese Organisationen - für Gewerkschaften und andere Arbeitnehmerverbände - weiterzukommen, besteht darin, ihren Mitgliedern dabei zu helfen, die Werkzeuge des Risikomanagements mit zunehmender Gewandtheit zu benutzen.

Die traditionellen Grenzen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber verwischen mehr und mehr. So erweitern Firmen beispielsweise die üblichen Lohn- und Gehaltspakete zunehmend um Aktienoptionen, auch bei einfachen Angestellten. Einem Bericht des Arbeitsministeriums in den Vereinigten Staaten zufolge, wurden im Jahr 2003 14 % der US-Arbeitnehmer in Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern Aktienoptionen angeboten. In Zukunft wird es häufiger solche Pakete geben.

Das Problem ist, dass die meisten Angestellten sich nicht genau mit Optionen oder Aktien auskennen und nicht wissen, wie man sie beurteilt. Eine kürzlich erschienene Veröffentlichung der MIT Professoren Nittai Bergman und Derk Jenter deutet darauf hin, dass das Management dazu neigt, Aktienoptionen an Mitarbeiter zu vergeben, wenn die Angestellten übermäßig optimistische Aussichten für die Aktien des Unternehmens hegen - und somit das volle Gehalt in Wirklichkeit opportunistisch durch überteuerte Optionen ersetzen.

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