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Bilder einer Rezession

Die Immobilien-, Öl-, und Aktienmärkte der Welt sind in den letzten Monaten in schwere Turbulenzen geraten. In den Bereichen Verbrauchervertrauen, langfristige Investitionen und Personaleinstellungen gab es allerdings noch keinen Rückschlag. Warum?

Letzten Endes sind das Vertrauen der Verbraucher und der Wirtschaft größtenteils irrational. Die Psychologie der Märkte wird von Bildern geprägt, die wir Tag für Tag vor Augen haben und die die Grundlagen unserer Vorstellungen und der Geschichten bilden, die wir einander erzählen.

Bilder vergangener Katastrophen sind also Teil unserer Folklore. Obwohl meist in den dunklen Tiefen unseres Gedächtnisses verschüttet, kommen sie von Zeit zu Zeit hoch und bereiten uns Sorgen. Ebenso wie althergebrachte Mythen verkörpern diese einprägsamen, kollektiven Bilder tief in unserer Psyche verwurzelte Ängste. Bilder im Zusammenhang mit Marktturbulenzen vergangener Tage sind heute größtenteils verschwunden.

Man denke dabei an die Krise, die im November 1973 ihren Anfang nahm und zu einem Zusammenbruch des Aktienmarktes sowie zu einer tiefen, weltweiten Rezession führte. Zu den lebhaften Bildern aus dieser Zeit zählten lange Autoschlangen bei Tankstellen, Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhren, autofreie Sonntage und andere Rationierungsmaßnahmen.