Tun, als ob nichts wäre

Das jüngste Treffen der G7-Finanzminister im Oktober war ein einziger Fehlschlag. Alles, worauf man sich einigen konnte, war eine Ermahnung Chinas, seine Währung aufzuwerten. Der Kurs des Yuan, obwohl durchaus wichtig, ist aber nun nicht die zentrale Frage, vor der die Weltwirtschaft heute steht. Das wirklich drängende Problem ist der Dollarkurs und seine zukünftige Entwicklung. Im Hinblick auf den Wohlstand geht es vor allem um die Fundamente des globalen Finanzsystems.

Wie tief wird der Dollar fallen? Wie können wir die Ungleichgewichte hinsichtlich jener Ökonomien – nämlich China, mit großem Abstand gefolgt von Europa – aufheben, die massiv in die Vereinigten Staaten und in die Dollarzone exportieren? Wird sich der amerikanische Hypothekenmarkt, der im Jahr 2008 noch schwieriger werden soll, danach beruhigen oder wird die Krise das gesamte internationale Finanzsystem erfassen? Besteht die Gefahr, dass die steigenden Ölpreise – die jetzt schon Rekordhöhen erreichen – weltweit noch weitere Schuldenausfälle bewirken? Unzählige Berichte über die Ertragslage der größten amerikanischen Banken deuten darauf hin, dass es in dieser Richtung Grund zu echter Besorgnis gibt.

Der Zustand der Weltwirtschaft von heute ist sehr seltsam. Es gibt keine großen Schocks, dafür aber mancherlei Talfahrten und Krisen. Die Zentralbanker versuchen, wenig überzeugend, zu beruhigen und beschwichtigen. Die Regierungen schweigen und tun mehr oder weniger so, als ob nichts Aufregendes geschehen sei. Und laut Aussagen von vielen Ökonomen, Kommentatoren und Journalisten sind die gegenwärtigen Probleme vorübergehender Natur und durchaus lösbar. Eine allgemeine Krise zeichne sich nicht ab.

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