shiller127_Artit AungpraphapornchaiGetty Images_coronavirusgraphrecession Artit Aungpraphapornchai/Getty Images

Die zwei Pandemien

NEW HAVEN – Wir spüren derzeit die Auswirkungen der Angst vor zwei Pandemien, nicht nur vor einer. Zunächst haben wir es mit der COVID-19-Pandemie zu tun, die uns Angst macht, weil wir oder uns nahestehende Menschen auf der ganzen Welt bald schwer erkranken oder gar sterben könnten. Und zweitens grassiert eine Pandemie der Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der virusbedingten Pandemie.

Diese beiden Pandemien hängen zwar zusammen, sind aber unterschiedliche Phänomene. Im Falle der zweiten Pandemie sind Geschichten der Angst in einem Ausmaß viral gegangen, dass wir oft an nichts anderes denken. Der Aktienmarkt ist abgestürzt wie seit langem nicht. Dies offenbar als Reaktion auf Geschichten, wonach wir wegen COVID-19 womöglich unsere Lebensersparnisse verlieren, wenn wir nichts unternehmen. Aber im Gegensatz zur Furcht vor COVID-19 an sich, speist sich die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen aus unserer Unsicherheit, was wir tun sollen.

Es ist keine gute Nachricht, wenn zwei Pandemien gleichzeitig im Gange sind. Eine kann die andere befeuern. Unternehmensschließungen, steigende Arbeitslosigkeit und Einkommensverluste führen zu finanziellen Ängsten, die wiederum verzweifelt nach Arbeit suchende Menschen möglicherweise davon abhalten, angemessene Vorkehrungen gegen die Ausbreitung der Krankheit zu treffen.

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