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Hoffnung für die Roma

BRÜSSEL: Verhasst, ausgegrenzt und als Diebe und Schlimmeres verschrien, sind die Roma schon zu lange leichte, wehrlose Ziele unzufriedener Rassisten in Ungarn, Rumänien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und anderen europäischen Ländern.

Die Roma haben als Volk so gut wie gar nicht von dem Wohlstand profitiert, in dessen Genuss die ehemaligen Ostblockländer seit dem Fall der Berliner Mauer gekommen sind. Trotzdem haben sich rechtsgerichtete politische Führer – sogar schon vor dem aktuellen Wirtschaftsabschwung – darauf verlegt, verbal auf die Roma einzuprügeln, um auf billige Weise Unterstützung zu gewinnen. Die Botschaft des Hasses findet nach wie vor bei vielen Menschen Zuspruch, darunter auch einigen, die zur Gewalt bereit sind.

In den letzten 14 Monaten wurden während einer Tötungsorgie in Ungarn neun Roma ermordet. Im August drangen Bewaffnete in die Wohnung einer verarmten Roma-Witwe, Maria Balogh, ein, erschossen sie und verletzten ihre 13 Jahre alte Tochter. Im April wurde ein Roma erschossen, der zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit in einer Fabrik war. Im Februar wurden ein Roma und sein fünfjähriger Sohn vor ihrem Haus in der Nähe von Budapest ermordet. Das Haus selbst wurde angezündet und brannte völlig nieder.

Im vergangenen November wurde in Nordostungarn ein Roma-Ehepaar ermordet. Der ungarischen Polizei ist dabei zugute zu halten, dass sie eine bisher beispiellose Großfahndung einleitete und Ende August vier Verdächtige verhaftete, von denen einige Hakenkreuztätowierungen trugen. Im selben Monat ermordeten in Rumänien zwei Medizinstudenten einen 65 Jahre alten Roma und ließen ihn zerstückelt im Kofferraum eines Autos zurück.