spence151_ TIMOTHY A. CLARYAFP via Getty Images_stockmarket Timothy A. Clary/AFP via Getty Images

Die Weltwirtschaft im Wandel

NEW YORK – Die jüngsten Gespräche über die Weltwirtschaft und die Märkte wurden von einer Reihe wiederkehrender Fragen bestimmt. Obwohl es viele bewegliche Teile gibt, die sich nur schwer in einem einzigen klaren Bild erfassen lassen, lohnt es sich, einige der größten Probleme etwas näher zu betrachten.

Die erste Frage ist ganz einfach: Droht eine Rezession? Angesichts der Tatsache, dass maßgebliche Wachstumsprognosen wie die des Internationalen Währungsfonds erheblich nach unten korrigiert wurden und wahrscheinlich noch weiter nach unten korrigiert werden, gibt es guten Grund zur Sorge. Eine weltweite Rezession – definiert als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum – ist jedoch nach wie vor unwahrscheinlich, auch wenn ein größerer Schock wie eine dramatische Ausweitung von Konflikten oder eine plötzliche und erhebliche Störung auf einem Schlüsselmarkt wie dem Energiemarkt diese Aussichten ändern könnte.

Einige Volkswirtschaften werden jedoch mit Sicherheit schrumpfen. Russlands BIP wird mit Sicherheit sinken, selbst bei höheren Öl- und Gaspreisen, als Folge der strengen und höchstwahrscheinlich länger andauernden westlichen Sanktionen. Auch Europa wird aufgrund der hohen Energiepreise, der starken Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe und der (kostspieligen) Notwendigkeit, sich rasch von russischen Lieferungen zu lösen, wahrscheinlich eine Rezession erleben. Und viele Länder mit niedrigem Einkommen – für die die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise die Auswirkungen der Pandemie noch verschärfen – stehen vor schwierigeren Zeiten.

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