Was die Weltwirtschaft von Griechenland lernen kann

CAMBRIDGE – Das Hilfspaket in Höhe von 140 Milliarden US-Dollar, das die griechische Regierung endlich von ihren Partnern in der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds erhalten hat, gibt ihr den benötigten Spielraum, um die schwierige Aufgabe zu bewältigen, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Ungewiss bleibt, ob das Paket verhindern kann, dass Spanien und Portugal in ähnlicher Weise in die Knie gehen, und ob es tatsächlich eine spätere Zahlungsunfähigkeit Griechenlands abwenden kann. Egal, wie die Sache ausgehen wird, fest steht, dass das griechische Debakel der EU ein blaues Auge verpasst hat.

In ihrem Kern ist die Krise eine weitere Manifestierung des Phänomens, das ich „das politische Trilemma der Weltwirtschaft“ nenne: wirtschaftliche Globalisierung, politische Demokratie und der Nationalstaat sind nicht miteinander vereinbar. Wir können höchstens zwei gleichzeitig haben. Demokratie ist nur dann mit nationaler Souveränität vereinbar, wenn wir die Globalisierung einschränken. Wenn wir die Globalisierung vorantreiben, während wir gleichzeitig den Nationalstaat beibehalten, müssen wir die Demokratie fallen lassen. Und wenn wir Demokratie zusammen mit Globalisierung wollen, müssen wir den Nationalstaat beiseite schieben und eine stärker internationale Regierungsführung anstreben.

Die Geschichte der Weltwirtschaft verdeutlicht die Funktionsweise des Trilemmas. Das erste Zeitalter der Globalisierung, das bis 1914 andauerte, war so lange erfolgreich, wie Wirtschafts- und Geldpolitik vom innenpolitischen Druck isoliert blieben. Diese Politik konnte dann völlig den Anforderungen des Goldstandards und der freien Mobilität des Kapitals unterworfen werden. Doch sobald das politische Stimmrecht ausgeweitet wurde, organisierte sich die Arbeiterklasse, und Massenpolitik wurde zur Norm, wirtschaftliche Ziele im Inland begannen, mit externen Regeln und Beschränkungen zu konkurrieren (und diese zu bezwingen).

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