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Bildung ohne Grenzen

LONDON – In Kürze jährt sich der Beginn des syrischen Bürgerkrieges zum dritten Mal. Zugleich ist ein Rennen gegen die Zeit im Gange, um ein bahnbrechendes Bildungsprojekt für die von dem Konflikt am schwersten betroffenen Opfer umzusetzen – hunderttausende von Flüchtlingskindern.

Schockierende drei Millionen syrischer Kinder wurden inzwischen vertrieben. Mehr als eine Million von ihnen sind aus Syrien geflohen und schmachten in Lagern in benachbarten Ländern, insbesondere im Libanon, in Jordanien und der Türkei. Diese Kinder durchleiden nun ihren dritten Winter fern von zu Hause, ohne Schulen und Freunde. Viele wurden von ihren Familien getrennt, und jeden Tag erhöht sich die Zahl der Vertriebenen um weitere tausende. Es entwickelt sich die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit.

Doch eine wegweisende Initiative im Libanon, an der Lehrer, Hilfsagenturen und Wohltätigkeitsorganisationen aus dem Bildungssektor beteiligt sind, hat ein kleines Fenster der Hoffnung aufgestoßen. Inmitten des Chaos der Lager, Behelfshütten und des Elends hat ein Kampf um ein wichtiges neues Prinzip der internationalen Hilfe begonnen: dass Kinder selbst in Konfliktzeiten einen Zugang zur Bildung haben müssen.

Vor anderthalb Jahrhunderten etablierte das Rote Kreuz die Norm, dass medizinische Betreuung selbst in Konfliktzonen geleistet werden kann und sollte. Dieser Grundsatz wurde von Gruppen wie Médicins sans Frontières weitergeführt, dessen Ärzte seit vier Jahrzehnten ihr Leben riskieren, um an den gefährlichsten Orten der Welt medizinische Betreuung zu leisten.