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Regierungsarbeit im Zeitalter der Globalisierung

NEW YORK – Wir leben in einem Zeitalter, in dem die wichtigsten, jede Volkswirtschaft betreffenden Kräfte nicht lokal, sondern global ihre Wirkung entfalten. Was „im Ausland“ passiert – in China, Indien und anderen Teilen der Welt – betrifft selbst eine große Ökonomie wie die Vereinigten Staaten in erheblichem Ausmaß. 

Natürlich hat die Welt enorm von der wirtschaftlichen Globalisierung profitiert, einschließlich der raschen Verbreitung hoch entwickelter Technologien wie Internet und Mobilfunk. Überdies wurde die Armut in vielen Schwellenländern drastisch reduziert – allein schon aus diesem Grund muss die Weltwirtschaft offen und vernetzt bleiben.

Dennoch sind durch die Globalisierung auch große Probleme entstanden, deren Lösung man in Angriff nehmen muss. Erstens hat sich der Spielraum für Steuerhinterziehung aufgrund der raschen Zunahme an Steueroasen auf der ganzen Welt vergrößert. Multinationale Unternehmen verfügen heute über viel mehr Möglichkeiten, ihrem fairen Steueranteil zu entkommen.

Außerdem gibt es Verlierer und Gewinner der Globalisierung. In Ländern mit hohem Einkommen, allen voran den USA, Europa und Japan, sind die größten Verlierer jene Arbeitskräfte, denen es an Ausbildung mangelt, um mit den gering bezahlten Arbeitern in den Entwicklungsländern konkurrieren zu können. Am schwersten betroffen sind Arbeitskräfte in den reichen Ländern, die über keine akademische Ausbildung verfügen. Millionen von ihnen haben ihre Arbeitsplätze verloren. Und wer seinen Job behalten hat, ist mit stagnierenden oder sinkenden Löhnen konfrontiert.