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Neues Vertrauen in die Globalisierung

MÜNCHEN – Ich muss gestehen, dass ich fest an die Vorteile der Globalisierung glaube. Meiner Ansicht nach ist die immer stärkere Verbindung der Regionen, Länder und Menschen die mit Abstand positivste Entwicklung unserer Zeit.

Aber jetzt ist ein Populist Präsident der Vereinigten Staaten geworden, dessen Wahlkampf von extremem wirtschaftlichem Nationalismus und Protektionismus geprägt war. Und in vielen Ländern ist der öffentliche Diskurs vom Gespräch über die angeblichen „Verlierer“ der Globalisierung bestimmt. Dazu gehört die Auffassung, dass wir eine neue Art von Politik brauchen, die der zunehmenden populistischen Unzufriedenheit die Stirn bieten kann.

Als ich geboren wurde, lebten auf der Welt 2,5 Milliarden Menschen. Ich kann mich lebhaft an eine Zeit in meinem Leben erinnern, in der viele Menschen Angst hatten, es würden immer mehr Hungersnöte ausbrechen, die Kluft zwischen Reich und Arm werde immer größer und alles werde früher oder später zusammenbrechen.

Heute leben wir in einer Welt mit 7,5 Milliarden Menschen, und trotzdem ist der Anteil derjenigen, die in völliger Armut leben, erheblich zurückgegangen. Und die Kluft zwischen reichen und armen Ländern hat sich immer weiter geschlossen. Auch wenn es zwischen den Ländern immer noch große Unterschiede gibt, hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit von 48 auf 71 Jahre erhöht. Und das allgemeine Pro-Kopf-Einkommen ist um 500% gestiegen.