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Economic Growth’s Many Recipes

CAMBRIDGE, MASSACHUSETTS – Die übergeordneten Konzepte in der Entwicklungspolitik waren immer von Visionen über die grundlegende Transformation armer Gesellschaften beherrscht. Die Betonung lag auf allumfassender Veränderung, ungeachtet dessen, ob es sich dabei um den so genannten „Big Push“, um „ausgewogenes Wachstum“, den „Washington-Konsens“ oder die „Reformen der zweiten Generation“ handelte.

Dieser Ansatz in der Entwicklungspolitik ist auch heute unverändert. Die fixe Idee von der „Governance-Agenda“ beruht auf breit angelegten Bestrebungen, Institutionen in Entwicklungsländern umzugestalten, da dies als Voraussetzung für Wirtschaftswachstum gilt. Das Millenniumsprojekt der Vereinten Nationen sieht einen massiven, koordinierten „Big Push“ bei Investitionen in Humankapital, öffentliche Infrastruktur und landwirtschaftliche Technologien vor.

Aber es gab auch Skeptiker, die derartig universellen Ansätzen nichts abgewinnen konnten. Der bedeutendste unter ihnen war zweifellos Albert Hirschman. Seine bahnbrechenden Beiträge wurden nun vom Sozialwissenschaftlichen Forschungsrat der USA gewürdigt, der seit heuer einen nach ihm benannten Preis vergibt.

Im Laufe seiner glänzenden Karriere verlagerte sich Hirschmans Interesse weg vom Thema Wirtschaftsentwicklung. Als er sich aber noch in entwicklungspolitische Debatten einbrachte, erinnerte er seine Zeitgenossen wiederholt daran, dass ein Land, welches in der Lage ist, umfassende Programme durchzuführen, von vornherein nicht unterentwickelt sein könne.