pissarides5_Aleksandr ZubkovGetty Images_graphmapeconomycoronavirus Aleksandr Zubkov/Getty Images

Lehren aus dem wirtschaftlich-epidemiologischen Grenzbereich

TURIN/OSLO/LONDON – COVID-19 hat die Ökonomen dazu gebracht, sich in ihrem Bemühen, die Dynamik der Pandemie und ihre voraussichtlichen Kosten zu verstehen, von Epidemiologen verwendeten Modellen zuzuwenden. Das gemeinhin als SIR-Modell bezeichnete ursprüngliche Epidemiemodell wurde vor fast hundert Jahren von William Ogilvy Kermack und Anderson Gray McKendrick eingeführt. Es unterteilt die Bevölkerung in diejenigen, die anfällig für die Erkrankung sind (S), die sich damit angesteckt haben (I) und die sich entweder davon erholt haben oder daran gestorben sind (R).

In diesem Standardmodell stirbt eine Epidemie aus, wenn die Zahl derjenigen, die die I-Kohorte verlassen, die Zahl der neu dazu kommenden Personen übersteigt. Dies liegt an der abnehmenden Zahl anfälliger Personen. Ein zentraler Aspekt innerhalb der Fachliteratur ist die „Herdenimmunität“, die es ermöglicht, dass die Anzahl der Infizierten auf null fällt, bevor die Zahl der anfälligen Personen das tut (was bedeutet, dass einige Menschen die Krankheit gar nicht erst bekommen).

Die Ökonomen haben bei ihren Untersuchungen der Dynamik der Arbeitslosigkeit ähnliche Übergänge von einem Zustand zum anderen verwendet. Allerdings kamen diese Arbeiten viel später und wurden unabhängig von den Modellen der Epidemiologen entwickelt. Ein typischer Beitrag ist das Diamond-Mortensen-Pissarides-Matching-Modell, bei dem Kontakte zwischen Arbeitslosen und Unternehmen zur produktiven Stellenbesetzung und damit zum Übergang von der Arbeitslosigkeit zur Beschäftigung führen.

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