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Korruption und Liberalisierung

Korruption ist eine der vorherrschenden Krankheiten Afrikas. In Anbetracht von Präsident Obasanjos hochgesinntem, aber gescheitertem Kampf, die Korruption einzudämmen, ist sie für die näher rückenden Präsidentschaftswahlen in Nigeria sogar ein Schlüsselthema. Die Winde der Globalisierung sollten die Spinnweben der Bestechung und Unwirtschaftlichkeit eigentlich davontragen. Der Harvard-Politikwissenschaftler Devesh Kapur deutet darauf hin, warum dies nicht der Fall ist.

Schließen Sie den Staat von direkten wirtschaftlichen Tätigkeiten aus, schränken Sie seinen Ermessensspielraum ein, und sowohl die wirtschaftliche Leistung als auch die Regierungsführung werden sich verbessern. Man lässt die Entwicklungsländer seit Jahren nicht damit in Ruhe. Indem die Wirtschaft für internationalen Wettbewerb und internationale Institutionen geöffnet wird, sollen Regierungen angeblich disziplinierter werden, weil internationales Finanzkapital über sie wacht.

Es hat zweifellos Vorzüge, wenn die Größe von Regierungen geschrumpft wird und sie sich weniger einmischen können. Uganda ist ein einschlägiger Fall, dass so schnelle Ergebnisse erzielt werden können. Dennoch ist weder die öffentliche Korruption auf die Art und Weise zurückgegangen, wie die Förderer der Liberalisierung behauptet haben, noch hat sich die Regierungsführung in den meisten Ländern merklich zum Besseren gewandelt. Warum?

Erstens treibt die Öffnung einer Wirtschaft den Preis für Talent in die Höhe. Vor zehn Jahren konnten Studenten in Indien, die sich für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst entschieden, mit lebenslangen Einnahmen in Höhe von zwischen einem Fünftel und einem Drittel derer ihrer Gegenüber im privaten Sektor rechnen. Heutzutage bekommen sie weniger als 10%. Ein öffentlicher Bediensteter höchsten Ranges oder der Vorsitzende des obersten Gerichtshofes erhalten am Ende ihrer Laufbahn heutzutage knapp die Hälfte des Gehaltes der Absolventen von Indiens Elite-Ausbildungsinstituten, die von der globalen Wirtschaft weggeschnappt werden.