Zur Eindämmung von Finanzturbulenzen

Die derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten stellen für jene, die vor den vom Platzen der Spekulationsblase auf dem US-Häusermarkt für die Weltwirtschaft ausgehenden Risiken gewarnt haben, keine Überraschung dar. Bereits im Januar hatte die Prognose der Vereinten Nationen für die weltweite Konjunkturentwicklung Besorgnis über die wirtschaftlichen Schmerzen erregt, die hiervon für die stark verschuldeten amerikanischen Haushalte ausgehen könnten. Die Prognose betonte außerdem, wie schwach regulierte, eng verzahnte weltweite Finanzmärkte im Verbund mit anhaltenden globalen makroökonomischen Ungleichgewichten die Wachstums- und Entwicklungsaussichten der Weltwirtschaft einschließlich der ärmeren Länder gefährden.

Das US-Leistungsbilanzdefizit ist der am häufigsten diskutierte Indikator globaler Ungleichgewichte. In den letzten fünf Jahren haben die USA mehr als zwei Milliarden Dollar der Ersparnisse anderer Länder pro Tag aufgesogen, da die unproblematische Vergabe von Inlandskrediten in nie da gewesenem Rahmen es den privaten Haushalten ermöglichte, mehr auszugeben, als sie einnahmen. Die Kredite waren deshalb so attraktiv, da die Preise für Anlagewerte (private Immobilien und Aktien) stetig weiter stiegen, die Zinsen niedrig blieben und aufeinander folgende Generationen von Neuerern an den Finanzmärkten die Anleger überzeugen konnten, dass sie die mit den Risiken verbunden Erfordernisse bewältigt hätten. Die Vergabe weiterer Kredite selbst gegen überbewerte Sicherheiten wurde als ein Zeichen der vor uns liegenden guten Zeiten „verkauft“.

Warnungen über eine irrationale Übertreibung am Markt wurden überwiegend ignoriert, insbesondere, da die Ausgaben der US-Verbraucher zu einem starken Weltwirtschaftswachstum beitrugen. Robuste Exportzahlen aus Japan und Europa stützten die Konjunkturerholung und festigten das Vertrauen der Anleger, was wiederum den neu industrialisierenden Ländern – insbesondere China – weitere Exportchancen bot.

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