Theresa May listens to a question from the audience after giving a speech on Brexit LEON NEAL/AFP/Getty Images

Ein Gentlemen’s Agreement für den Brexit

BRÜSSEL – In ihrer jüngsten Rede zum Brexit lehnte die britische Premierministerin Theresa May einen möglichen Verbleib Großbritanniens in der Zollunion der EU ab und begründete dies damit, dass Großbritannien seine eigene Handelspolitik verfolgen wolle. Das liegt weder im Interesse des Vereinigten Königreichs noch dem der EU.

Es stimmt, dass Norwegen und die Schweiz, die beide stark in den EU-Markt integriert sind, mit der Union eine Zollgrenze haben. Diese beiden Länder benötigen eine unabhängige Handelspolitik, weil ihre aufgrund des gebirgigen Terrains ineffizienten Landwirtschaftssektoren umfassenderen Schutz brauchen, als ihn die EU bieten kann.

Großbritannien hat seine Landwirtschaft traditionell jedoch viel weniger geschützt und wird deshalb nach dem Brexit wohl ohnehin eine sehr ähnliche Handelspolitik verfolgen wie die EU.  Aus diesem Grund fällt es schwer zu erkennen, welchen Vorteil Großbritannien von einer nationalen Handelspolitik hätte – vor allem zu einer Zeit, da die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump handelspolitische Strategien verfolgen (wie die Verhängung von Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte), die auf kleinere Handelspartner wenig Rücksicht nimmt.

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