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Bidensneopopulistische Wirtschaftsdoktrin

NEW YORK – Etwa ein halbes Jahr nach Joe Bidens Amtsantritt als US-Präsident ist es an der Zeit, einen Vergleich zwischen seiner Wirtschaftsdoktrin und der seines Vorgängers Donald Trump sowie früherer demokratischer und republikanischer Regierungen zu ziehen. 

Paradox ist, dass die „Biden-Doktrin” mehr Gemeinsamkeiten mit der Politik Trumps aufweist als mit der Wirtschaftspolitik der Administration Barack Obamas, der Biden damals angehörte. Die neopopulistische Doktrin, die sich unter Trump herausgebildet hat, nimmt nun unter Biden Gestalt an und markiert einen scharfen Bruch mit dem neoliberalen Credo, dem alle Präsidenten von Bill Clinton bis Obama gefolgt sind.

Unter Solidarisierung mit abgehängten weißen Arbeitern trat Trump als Populist an, regierte jedoch mehr wie ein Plutokrat, indem er Unternehmenssteuern senkte und Arbeit gegenüber dem Kapital weiter schwächte. Nichtsdestotrotz enthielt seine Agenda einige durch und durch populistische Elemente, insbesondere im Vergleich zu dem radikal konzernfreundlichen Ansatz, den die Republikaner seit Jahrzehnten verfolgen.

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