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Glücksspiel mit dem Geld der Bank

Viele Menschen fragen sich, warum der Dollar noch immer nicht abgestürzt ist. Werden die USA jemals die Zeche zahlen müssen für die Kette gewaltiger Handelsdefizite, die sie seit nunmehr einem Jahrzehnt vor sich herschieben? Einschließlich der Zinszahlungen für vergangene Defizite beläuft sich die Rechnung für 2006 allein auf über 800 Milliarden Dollar – rund 6,5% des US-Bruttoinlandsproduktes. Noch erschütternder ist, dass die Kreditaufnahme der USA inzwischen mehr als zwei Drittel der vereinten Überschüsse aller solche Überschüsse erwirtschaftenden Länder einschließlich Chinas, Japans, Deutschlands und der OPEC-Staaten aufsaugt.

Dabei fahren die Ausländer für ihre US-Investitionen alles andere als hohe Renditen ein. Im Gegenteil, sie erzielen in der Regel deutlich niedrigere Renditen, als Amerikaner sie für ihre Investitionen im Ausland erhalten. In einer Ära steil ansteigender Aktienkurse und Immobilienpreise halten allein die Zentralbanken Japans und Chinas niedrig verzinste Schuldverschreibungen im Wert von fast zwei Billionen Dollar. Ein enormer Anteil davon entfällt auf amerikanische Schatzanleihen und Hypotheken. Diese enorme Subventionierung des amerikanischen Steuerzahlers ist in vieler Hinsicht das größte Auslandshilfeprogramm der Welt.

Was für ein Zauber stützt den Dollar angesichts einer derart schwachen Wettbewerbsposition Amerikas? Die meisten nüchtern denkenden Analysten sagen schon lange einen stetigen Abwärtstrend des Dollars gegenüber den Währungen der amerikanischen Handelspartner insbesondere in Asien und den Schwellenländern voraus. Wieso also ist es nicht schon zu einer größeren Anpassung gekommen?

Die erste Antwort hieraus lautet natürlich, dass der Handelswert des Dollars gefallen ist – und zwar um real mehr als 15% seit seinem Spitzenwert im Jahre 2002. Doch die US-Defizite haben sich seitdem fortgesetzt und sind sogar gestiegen.