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China darf nicht Griechenland werden

PEKING – Während man in Teilen der Welt mit den Nachwirkungen der Finanzkrise oder einer entstehenden Staatsschuldenkrise kämpft, setzt sich China mit der Gefahr einer Überhitzung und/oder der Bildung einer Vermögenspreisblase auseinander.  

Viele Faktoren könnten Chinas Wirtschaft in diese Richtung treiben. Einer der bedenklichsten ist genau jene Entwicklung, die auch die gegenwärtige Krise in der Eurozone schürt: überbordende öffentliche Schulden. In der Eurozone besteht das Problem in den Staatsschulden der Mitgliedsländer. In China ergeben sich die Schwierigkeiten durch die Kreditaufnahme lokaler Regierungen.

In der Eurozone sind ein aufgeblähter Wohlfahrtsstaat, vor allem für die rasch wachsende Bevölkerungsgruppe der Rentner und der durch die Finanzkrise ausgelöste Wirtschaftsabschwung die Schlüsselkomponenten des strukturellen Schuldenproblems. In China nahmen Lokalpolitiker immer mehr Kredite auf, um ein zweistelliges Wirtschaftswachstum ihrer Regionen sicherzustellen. 

Nicht überraschend bestehen zwischen China und der Eurozone gewisse Gemeinsamkeiten. Klarerweise werden überall dort Schulden angehäuft, wo die Menschen mehr ausgeben wollen, als sie gespart haben. Eine spezifischere Ähnlichkeit besteht darin, dass die hoch verschuldeten Länder der Eurozone und die chinesischen Provinzen und Bezirke zu viel einer gemeinsamen Währung ausgeben.