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Sind Bad Banks eine gute Idee?

STOCKHOLM – Offenbar gewinnt das Konzept einer „Bad Bank“ in Ländern, in denen giftige Wertpapiere die Kreditvergabe lähmen, von Tag zu Tag an Beliebtheit. Die Sanierung schwedischer Banken Anfang der Neunzigerjahre wird häufig als Beispiel für den Erfolg dieses Konzepts angeführt. Doch die Lehren, die manchmal aus Schwedens Erfahrung gezogen werden, basieren auf Missverständnissen darüber, was wir tatsächlich unternommen haben, und wie unser System funktioniert hat.

In Schweden wurde die Initiative zur Gründung einer „Bad Bank“ nicht von Politikern ergriffen, sondern vom Management des Bankhauses Nordbanken . Nach Jahren der Misswirtschaft und der leichtsinnigen Kreditvergabe war die Bank im Jahr 1990 zum ersten großen Opfer des Preiseinbruchs auf dem Gewerbeimmobilienmarkt geworden.

Nordbanken war gänzlich in Staatsbesitz übergegangen und ein neues Management wurde eingesetzt, um die Bank in die Rentabilität zurückzuführen. Schon bald stellte sich jedoch heraus, dass die Manager dem Kerngeschäft der Nordbanken, dem Bankgeschäft, nur wenig Zeit widmen konnten, da sie sich unverhältnismäßig stark auf das Management einer ungeheuren Vielfalt an Wertpapieren konzentrieren mussten. Und in jedem Quartal kamen neue Abschreibungen hinzu, die die Bemühungen zerstörten, den Ruf der Bank und die Arbeitsmoral ihrer Angestellten wiederherzustellen.

Die radikale Lösung bestand in einer Ausgliederung aller Wertpapiere, die nicht im Zusammenhang mit dem Kerngeschäft der Bank standen, vornehmlich Immobilienunternehmen, aber auch Firmen aus der verarbeitenden Industrie, dem Baugewerbe und aus der Dienstleistungsbranche.