diwan13_RYAD KRAMDIAFPGetty Images_algeria riot Ryad Kramdia/AFP/Getty Images

Algeriens zweiter Arabischer Frühling?

PARIS – Eine anhaltende Revolte seitens der algerischen Bevölkerung zeigt, dass wirtschaftspolitische Kurzsichtigkeit angesichts erheblicher nationaler Herausforderungen erhebliche Risiken für das Überleben eines Regimes mit sich bringen kann.

Das Regime des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika hat weitgehend selbst Schuld an der schwachen Wirtschaftslage des Landes. Nach dem verheerenden Bürgerkrieg der 1990er Jahre hatten Ende der 2000er Jahre über steigende Öleinnahmen finanzierte höhere Staatsausgaben die Wirtschaft neu belebt. Doch nach dem Arabischen Frühling von 2011 schossen die staatlichen Ausgaben weiter nach oben und erhöhten sich 2014, bei Bouteflikas viertem erfolgreichen Wahlkampf, erneut.

Diese extravagante Patronage seitens der Regierung erfolgte zu einer Zeit, als der Haushalt bereits ein Defizit aufwies. Dann stürzten die Ölpreise steil ab. Inzwischen sind Algeriens Haushalts- und Außendefizite angesichts von Subventionen auf den Konsum, die einem Viertel der Produktionsleitung der Volkswirtschaft entsprechen, auf 15% vom BIP explodiert.

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