Kühle Analyse der Erderwärmung

Die britische Regierung hat vor kurzem die bisher umfassendste Studie zu Kosten und Risiken der Erderwärmung sowie zu Maßnahmen, die den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren könnten, herausgegeben, in der Hoffnung, einige der schlimmsten Folgen abwenden zu können. Der Bericht, der unter der Leitung von Sir Nicholas Stern von der London School of Economics geschrieben wurde, meinem Nachfolger als Chefökonom der Weltbank, macht deutlich, dass die Frage nicht mehr lautet, ob wir es uns leisten können, etwas gegen die Erderwärmung zu unternehmen, sondern ob wir es uns leisten können, nichts dagegen zu tun.

Der Bericht schlägt eine Agenda vor, deren Kosten lediglich 1 % des gesamtwirtschaftlichen jährlichen Verbrauchs betragen würden, die jedoch die Welt davor bewahren würde, Kosten zu riskieren, die fünfmal so hoch wären. Die im Bericht genannten Kosten der Erderwärmung sind höher als in früheren Studien, weil darin die sich häufenden Hinweise berücksichtigt werden, dass der Prozess der Erderwärmung höchstkomplex und nichtlinear ist und damit eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit in sich birgt, viel schneller voranzuschreiten, als zuvor gedacht wurde, und dass das Ausmaß der Erwärmung wesentlich größer sein könnte, als zuvor erwartet.

Vielleicht unterschätzt die Studie die Kosten sogar bei weitem: Klimaänderungen können beispielsweise zu größerer Wetterunbeständigkeit führen oder zu einem möglichen Verschwinden bzw. einer starken Verlagerung des Golfstroms – was besonders für Europa beunruhigend ist – und zur Ausbreitung von Krankheiten.

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