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Chinas Fehler auf dem Immobiliensektor

PEKING − Chinas Immobiliensektor liefert seit Jahren Grund zu ernster Besorgnis, und die steil steigenden Immobilienpreise haben Befürchtungen über eine Überhitzung des Häusermarktes aufkommen lassen. Angesichts des sich verlangsamenden Preisanstiegs jedoch sieht es aus, als würde die Kampagne der Regierung, die Risiken im Immobilienbereich zu begrenzen, endlich greifen. Die Gefahr ist jetzt, dass der Eigenheimmarkt zusammenbricht – und Chinas Konjunktur mit nach unten zieht.

In ihrem Bemühen, die steigenden Eigenheimpreise unter Kontrolle zu halten, hat die chinesische Regierung neun verschiedene Strategien verfolgt, von denen nicht alle ihr Ziel erfüllt haben. Zwar haben etwa Beschränkungen bei der Hypothekenvergabe an erstmalige Käufer und Mindestanforderungen an die Ansässigkeitsdauer beim Kauf von Immobilien in Metropolen wie Peking oder Shanghai zu einer Nachfrageverringerung beigetragen. Viele Maßnahmen auf der Angebotsseite jedoch – wie Kreditbeschränkungen für Bauträger und die Verhängung neuer Steuern auf Immobilienverkäufe – haben sich als kontraproduktiv erwiesen.

Aufgrund dieses verfehlten Ansatzes konnten die Eigenheimpreise in China stetig weiter steigen, was erhebliche Spekulationsblasen im Eigenheimsektor insbesondere in den Metropolen anheizte. Ein durchschnittlicher Einwohner Pekings müsste 34 Jahre lang sein gesamtes Einkommen sparen, um den Preis einer Wohnung zusammenzubekommen. In Shanghai und Guangzhou liegt der Wert bei 29 bzw. 27 Jahren – viel höher als in anderen bedeutenden internationalen Großstädten.

In der Erwartung, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, halten die Eigenheimbesitzer an ihren Immobilien fest, obwohl sich die Mieten auf weniger als 2% von deren Marktwert belaufen. Doch nun, da endlich ein Abschwung auf dem Immobiliensektor erkennbar ist, ist es Zeit, diese Anlagestrategie zu überdenken.