Chris Van Es

Ein schwächerer Euro für ein schwächeres Europa

WIEN – Wie kann den „Krisenvolkswirtschaften“ Südeuropas dabei geholfen werden, ihre externen Defizite zu verringern? Diese Debatte wird oft als Konflikt zwischen den defizitgeplagten PIIGS – Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien – und den Ländern der Eurozone mit Leistungsbilanzüberschüssen, insbesondere Deutschland, dargestellt. Aber in den letzten Jahren ist ein neues und noch wichtigeres Ungleichgewicht aufgetreten: das Handels- und Dienstleistungsdefizit der PIIGS gegenüber China, was eine mögliche Lösung der wirtschaftlichen Notlage Südeuropas aufzeigt – einen stärkeren Renminbi.

Bis 2004 bestanden die größten Handels- und Dienstleistungsdefizite der PIIGS gegenüber dem Rest der Eurozone. Aber 2005 überstieg ihr gemeinsames Defizit gegenüber dem Rest der Welt (37,2 Milliarden €) ihr Defizit gegenüber anderen Euro-Mitgliedstaaten um über vier Milliarden Euro. 2008, vor dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise, erreichte das weltweite Defizit der PIIGS dann ein Rekordhoch von 116,5 Milliarden Euro, von denen mit 34,8 Milliarden gegenüber China erstmals zwei Milliarden mehr als gegenüber Deutschland bestanden (siehe Abbildung).

Entscheidend ist, dass das Gesamtdefizit der PIIGS gegenüber Deutschland, der Eurozone und der ganzen Welt in den letzten vier Jahren zwar deutlich zurückgegangen ist, aber ihr Defizit gegenüber China weiterhin riesig blieb –33 Milliarden Euro 2010 und 29 Milliarden 2011.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To read this article from our archive, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles from our archive every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/iyTMzQL/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.