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Wer braucht eine Einheitssteuer?

WASHINGTON, DC – Während sich die republikanischen Präsidentschaftskandidaten in den USA zu einer Einheitssteuer bekennen – einen System der Einkommensbesteuerung, das einen einheitlichen Steuersatz für alle vorsieht – argumentieren deren Gegner, dass man nicht die Steuern für die Armen erhöhen sollte, um sie für die Reichen zu senken. Aber wenn eine Einheitssteuer so eine schlechte Idee ist, warum haben sie dann so viele Länder eingeführt?

Wenn man diese Länder – hauptsächlich solche des ehemals kommunistischen Ostblocks und einige über die Welt verstreute sehr kleine Staaten – untersucht, stößt man auf drei Hauptgründe: Zunächst sind einige der Länder relativ arm an inländischem Kapital und senken die Steuersätze, um ausländische Investoren anzuziehen. Andere Länder sind so klein und ihre Steuereintreibung ist so ineffizient, dass sie sich kein progressives System leisten können. Und schließlich sind einige Staaten so korrupt, dass sie den Reichen große Zugeständnisse machen müssen, damit diese überhaupt Steuern zahlen.

Auf die Vereinigten Staaten und andere entwickelte Länder trifft (noch) keine dieser Bedingungen zu, also ist es nicht klar, warum sie eine Einheitssteuer brauchen sollten.

Die ehemals kommunistischen Länder Osteuropas, die eine Einheitssteuer eingeführt haben – darunter Bulgarien, die tschechische Republik, Estland, Lettland, Litauen, Mazedonien, Rumänien, die Slowakei und die Ukraine – leiden unter einem Mangel an Investitionskapital. Als neue oder potenzielle Mitglieder der Europäischen Union stehen sie im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit ausländischer Direktinvestoren, für die die Einheitssteuer ein wichtiges Signal darstellt: Ihr seid willkommen, wir stehlen euch kein Geld und ihr könnt eure Gewinne behalten.