yavlinsky4_Mario TamaGetty Images_stop the steal Mario Tama/Getty Images

Demokratie im digitalen Zeitalter

MOSKAU – Jahrzehntelang waren die Vereinigten Staaten - und der Westen im weiteren Sinne - ein leuchtendes Beispiel für liberal-demokratischen Wirtschaftserfolg, dem der Rest der Welt nacheifern wollte. Doch in den politischen Systemen des Westens sind zuletzt Risse sichtbar geworden, die durch Donald Trumps Präsidentschaft – die mit der Erstürmung des US-Kapitols durch einen Mob am 6. Januar endete – noch stärker in den Vordergrund traten und sich auch vertieften.

Der Niedergang des Westens ist nicht unausweichlich. Um aber die Demokratien zu schützen und ihr weltweites Ansehen wiederherzustellen, müssen die westlichen Länder zeigen, dass sie sowohl über das Bewusstsein als auch den politischen Willen verfügen, Schwächen direkt anzugehen.

Beginnen sollten die Führungen damit, einigen unmittelbaren und vordringlichen Herausforderungen zu begegnen – angefangen bei dem Mangel an Vertrauen in die Institutionen, insbesondere jenen im Zusammenhang mit Regierungsführung und Wahlen. Die Wahlbetrugskampagne „Stop the Steal”, die sich nach Trumps Wahlsieg letzten November formierte und den Aufstand am Kapitol befeuerte, hatte keinerlei Beweise für ihre Behauptungen vorzuweisen. Doch mit Hilfe der sozialen Medien verbreitete sich die Botschaft rasend schnell unter Trumps Anhängern, wo sie auf fruchtbaren Boden fiel und fest verwurzelt bleibt.

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