Paul Lachine

Krieg, Schulden und Demokratie

NEW YORK – Nun, da die USA beschlossen haben, ihre selbst auferlegte Schuldenobergrenze anzuheben, wäre man gut beraten, darüber nachzudenken, warum die Staatschulden Amerikas so hoch sind und welche Bedeutung dies hat. Aufgrund des Aufstiegs der Tea Party wettern die Republikaner zwar gegen eine Anhebung dieser Obergrenze, aber sie werden am Ende wahrscheinlich  klein beigeben, unter anderem weil schuldenfinanzierte Kriege – wie etwa in Afghanistan und dem Irak – leichter zu rechtfertigen sind als Kriege, die im Umlaufverfahren finanziert werden, für die also die Bürger unmittelbar über Steuern zur Kasse gebeten werden.

Tatsächlich untermauert die sich in den USA abzeichnende Debatte eine Überlegung allgemeinerer Art: Krieg ist seit Menschengedenken ein zweischneidiges Schwert. Die Menschen haben sich in einem Ausmaß gegenseitig abgeschlachtet und unterdrückt, das den schlimmsten Auswirkungen von Naturkatastrophen um nichts nachsteht. Aber Kriege haben auch immer vorteilhafte Veränderungen mit sich gebracht, weil die Mobilisierung der Menschen für den Kampf sie auch für die Politik mobilisiert.

Die Geschichte ist reich an Beispielen, in denen Krieg denjenigen mehr Gehör verschaffte, die die Ressourcen für den Kampf zur Verfügung stellten. Das antike Athen wurde eine „Demokratie“ – wörtlich: Herrschaft des Volkes – als Kleisthenes gewöhnliche Fischer und Bauern zu einer Heerschar organisierte, die in der Lage war, die von Sparta unterstützten Oligarchen zu schlagen. Die politische Freiheit wurde durch beschäftigungsintensive Seekriege gegen die Perser und andere Feinde gesichert.

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