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Keine Kaufempfehlung: Jeff Bezos‘ Software

PRAG – Wenn es um die schlechte Verfassung der Nachrichtenmedien geht, gilt Technologie als Ursache und Heilmittel zugleich. Als das Internet Mitte der 1990er-Jahre das Geschäftsmodell traditioneller Nachrichtenagenturen auf den Kopf stellte, bildeten spätere Technologien – von den sozialen Medien bis hin zu Mikrozahlungen – die Grundlagen eines neuen Modells. Heute ist das Wohlergehen des Journalismus allerdings erneut durch Innovation bedroht – und dieses Mal ist der Schaden weitgehend selbst verschuldet.

Moderne Nachrichtenredaktionen sind auf Content-Management-Systeme (CMS) angewiesen, die es Journalisten ermöglichen, Nachrichtentexte zu planen, zu schreiben, zu bearbeiten und zu veröffentlichen. Dennoch kann praktisch jeder Journalist eine Horrorgeschichte über das CMS seines Verlags erzählen. Vor einigen Jahren hat das Online-Fachmagazin Digiday einige dieser Berichte zusammengestellt – und ein verheerendes Bild von verlorenen Inhalten und verlorener Zeit gezeichnet. Ein Autor bezeichnete die Durchführung von Aufgaben im CMS seines Verlags als „beschissenes Chaos“.

Große Medienunternehmen – insbesondere Vox Media und die Washington Post – sehen im CMS-Chaos eine Chance und vermarkten nun ihre eigenen Content-Management-Systeme an andere. Warum sind diese Unternehmen plötzlich so erpicht darauf, ihre internen Tools an andere Redaktionen zu verkaufen?

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