Exterior of trump towers Peter Kramer/Getty Images

Donald Trumps Schöne Neue Welt

NEW YORK – „Was wir lieben, wird uns ruinieren“, prophezeite Aldous Huxley 1932. In Schöne Neue Welt beschrieb er eine Menschheit im Jahr 2540, die sich aufgrund ihres Verlangens nach ständiger Unterhaltung, der Dominanz der Technologie und eines Überflusses an materiellen Gütern selbst zerstört. Mit der jüngsten Wahl Donald Trumps zum Präsidenten scheinen die Vereinigten Staaten Huxleys Vorhersage bereits über 500 Jahre früher zu verwirklichen.

Die öffentliche Kultur Amerikas schreckt schon seit langem vor intellektuellem Denken zurück. Oft wird für eine Art volkstümlichen Laissez-Faire-Egalitarismus geworben, der die Voraussetzung für uneingeschränkte Kreativität und den dadurch geförderten ungezügelten Kapitalismus ist. Alles, was man zum Aufstieg benötigen soll, sind Mut und Beharrlichkeit.

Für Länder wie die Sowjetunion, die stärkere Ähnlichkeit mit der Welt von George Orwells dystopischem Roman 1984 hatte, war dies einst ein attraktives Modell. An einem Ort, wo jegliche kulturelle Kreativität durch die Kontrolle der Regierung in den Untergrund verbannt wurde, wirkte der volkstümliche Geist und Ideenreichtum, der durch Amerika verkörpert schien, wie ein schöner Traum.

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