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Von Robotern und Flüchtlingen

DAVOS – Thema des diesjährigen Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos war die vierte industrielle Revolution. Als Untertitel hätte sich angeboten: Von Robotern und Flüchtlingen. Obwohl der Schwerpunkt in zahlreichen Arbeitskreisen auf technologischen Wunderdingen der nahen Zukunft lag, hob man in anderen Gremien die Unfähigkeit der Welt hervor, eines der ältesten Probleme der Menschheit zu lösen: wie man nämlich große Bevölkerungsteile, die aufgrund von Konflikten ihre Heimat und ihre Länder verlassen müssen, mit Nahrung, Unterkunft und Beistand versorgt.

Die erste industrielle Revolution setzte mit der Erfindung der Dampfmaschine und der mechanischen Produktion ein; die zweite industrielle Revolution war durch Elektrifizierung und Massenproduktion definiert; die dritte bestand in der digitalen Revolution, die in den 1960er Jahren mit der Erfindung von Computern, Halbleitern und des Internets ihren Ausgang nahm.

Die vierte industrielle Revolution setzt laut WEF-Präsident Klaus Schwab gerade ein und ist „gekennzeichnet durch ein viel allgegenwärtigeres und mobileres Internet, durch kleinere, stärkere und auch billigere Sensoren sowie durch künstliche Intelligenz und lernende Maschinen.“  Damit wird der Weg in eine Welt geebnet, in der in den Bereichen Produktion, Dienstleistungen sowie im menschlichen Körper selbst virtuelle und physische Systeme miteinander verflochten sind.  

Zu den Programmen des Weltwirtschaftsforums zählten Arbeitskreise zu Robotik, Biotechnologie, Nanotechnologie und Raumfahrt. Das Victoria and Albert Museum in London präsentierte eine interaktive Ausstellung unter dem Titel „This Time Tomorrow” (Morgen um diese Zeit).  Gezeigt wurden sechs mögliche Zukunftsszenarien, darunter auch eine Welt, in der aus einem einzigen DNA-Strang dreidimensionale Abbilder menschlicher Gesichter erstellt werden können. Ferner wurden mit einer Außenhaut beschichtete Gebäude präsentiert, die zur Photosynthese fähig sind, indem sie Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Und im Rahmen eines Szenarios wird auch dem Tod ein Schnippchen geschlagen, indem man diejenigen wieder zum Leben erweckt, die sich kryokonservieren lassen.